OwnCloud auf NAS laufen lassen - Beratung


#1

Hallo,

da ich mich mit dem ganzen Thema nicht so auskenne und ich gehört habe, dass hier viele kompetente Leute unterwegs sind erhoffe ich mir hier ein wenig Beratung --> Somit schonmal vielen Dank für eure Hilfe :slight_smile:
Es geht grundsätzlich darum dass eine Dropbox in einer Hilfsorganisation durch OwnCloud ersetzt werden sollte.
Unsere Vorstellung wäre, dass sich die Hilfsorganisation in Ihre Büroräume eine NAS stellt und dort OwnCloud installiert wird.

Nun ist meine Frage, welche NAS eignet sich hierzu am besten? --> Speicherbedarf derzeit ca. 3TB --> wird jedoch stetig wachsen (war vor einem Jahr noch ca. 1 TB)

Wie kann man die Daten, die in der Owncloud bzw auf der NAS sind am besten gg. Ausfall bzw Datenverlust schützen.? ( 2. Nas auf der die Daten von der "produktiv" Nas gesichert werden?)

Welche Alternativen zu einer NAS gibt es?

Was muss hinsichtlich dem Zugriff der Daten vom Inet aus beachtet werden?

Noch kurz ein paar Zusatzinfos zum Setting:
Die Zentrale der Organisation ist in München in einem Büro. Dort könnte möglicherweise die NAS platziert werden.
Inder Zentrale sitzen ca. 10 Leute die von Windows PC's und Macs auf die Daten zugreifen sollen.

Ein weiterer Standort ist in Tansania. Von dort aus soll auch über 5-6 Windows PC's sowie über mobile Devices auf die Daten zugegriffen werden können.
Zusätzlich sind noch 50 weitere "Freiwillige" bei der Organisation unterwegs, die über Ihre privaten Windows-PC's sowie Macs und Mobile Devices auf die Daten zugreifen können sollten.

Vielen Dank für Eure Hilfe!!!!!


#2

Hi,

von Wo wollt ihr drauf zugreifen? Wenns von extern (Internet) ist, muss eure Internetleitung, an dem das NAS hängt, wirklich potent sein, damit das Spass macht. Solange ihr Dropbox nutzt, war - auch wenns die Zentrale war - eure Leitung nur die eines Clients. Wenn ihr als Server multiple Clients simultan bedient, kanns schnell sehr eng werden. Das sollte ihr mal durchrechnen. Evtl ist dann ein Rootserver im Inet die bessere Variante. Muss halt gepflegt werden - muss Owncloud aber eh.

LG,
Torben


#3

Hallo,

der Organisation steht eine 50.000er Leitung zur Verfügung - reicht das?

Ja, die Daten sollten aus dem Internet abrufbar sein. Wer bietet den solche Rootserver an? Welche Komnpetenzen benötigt man zum pflegen?

Vielen Dank und Grüße
Christoph


#4

NAS ist eine feine Sache und wahrscheinlich nicht schlecht, wenn man Windows-Freigaben und andere Dinge nutzen möchte. Geht es nur um den Einsatz von ownCloud, würde ich eher eine andere Lösung suchen, denn:

  • ownCloud ordentlich in das NAS-Betriebssystem einzubinden ist oft haarig
  • ownCloud-Plugins für die NAS-Systeme sind oft veraltet und schwer zu updaten
  • normales Linux-System ist wesentlich flexibler und leistungsfähiger (du kannst PHP 7 nutzen, memory caching, ...)
  • Je nachdem wie groß das wird, ist etwas mehr Power (CPU/RAM) als die Standard-NAS wünschenswert. Gerade bei 60-70 Nutzern.

Wenn man gerne lokal eine NAS einsetzt, kann man den auch als Storage-Backend in einen ownCloud-Server einbinden.

Ich selbst nutze keine NAS, da gibt es sicherlich auch große Unterschiede zwischen den Modellen. Vielleicht gibt es ja jemanden, der so was in eurer Größenordnung in Betrieb hat oder hatte.


#5

Hallo,

vielen Dank.
70 werden wohl fast nie gleichzeitig damit arbeiten. Denke mal dass so 10-25 gleichzeitig meist drann sein werden.

Ok, wie gut muss man sich da mit Linux auskennen?
Die Orgnaisation selbst hat niemanden der sich annähernd damit auskennt. Wir als Firma, geben Ihnen die IT-Unterstützung und den Support unentgeltlich und legen das ganze jedoch in die Hände unserer Azubis - somit können sich Erfahrungen sammeln und die Kundenbetreuung komplett alleine übernehemen.
Die Organisation bräuchte nur im Vornherein einen groben Anhaltspunkt was da an Kosten auf Sie zukommt und ich bräuchte ein Gefühl dafür, ob das unsere Azubis stemmen können (FISI und FIAE in allen Ausbildungsjahren).

Wenn ich jetzt mal sag, dass man mit der Hardware (ob jetzt NAS oder Linux Server) mit Speicher und Backup bzw. Datensicherungslösung 1500€ einplanen muss, bin ich da gut unterwegs?

Danke und Viele Grüße
Christoph


#6

Möglichst gut :wink: Also LAMP-Server einrichten und updaten sollte man schon beherrschen. Ohne Vorkenntnisse in Linux ist es vielleicht besser, erst ein bisschen mit virtuellen Maschinen zu üben und das langsam auszurollen.

Mit dem Server würde ich mir vorher überlegen, wie er genutzt wird und ob der Internetanschluss ausreicht. Es wäre ärgerlich teure Hardware anzuschaffen und nach ein paar Monaten auf einen Mietserver im Rechenzentrum umzusteigen.

Man kann da gut mit Consumer-Hardware starten, Festplatten eventuell die Enterprise-Modelle, ... aber für 1500€ kommt man schon ein ordentliches Stück weit.

Falls die Zeit es erlaubt, kann man zunächst einen kleinen Test mit einem Raspberry Pi 3 und einer externen Festplatte starten. Netzwerkeinstellungen, der Umgang mit dem System sollte relativ ähnlich sein und erste Nutzer kann man mit einbeziehen. Dadurch habe alle eine klarere Vorstellung, auf was sie sich einlassen und ob das alles so klappt, wie man sich das vorstellt. Später könnte man den Raspberry Pi als Backup-Host nutzen.


#7

Hm gute Frage, welches Level man da Formal empfielt. Ahnung kann man sich erarbeiten, aber ein gutes Stück Problembewusstsein sollte man haben. Nichts "mal so probieren".
Ein Rootserver geknackt werden kann und dann gehts richtig rund.

Ist die 50M leitung symmetrisch? Für was wird sie sonst noch benötigt? Ist kalkulatorisch nen Unterschied ob man die Leitung nachher 2/3 mit Owncloud zukleistert und alle anderen Sachen hinken - oder ob die 50Mbit wirklich für OC eingeplant sind.

Ich würd nen Rootserver mieten, dann hat man reichlich Power. Wichtig zu wissen ist der benötigte Plattenplatz und der erwartete Traffic.

Falls gewünscht darauf virtualieren, damit man immer eine neue Version in Ruhe hochziehen, testen und dann migrieren kann. Darauf dann ein aktuelles PHP & Webserver mit allen üblichen Beschleunigungen und Owncloud wird rennen.


#8

Im allerersten Schritt könnte man das nur im lokalen Netz installieren ohne Internetanbindung. Falls man sich nicht sicher ist, könnte man sich von außen per VPN einwählen bevor man ownClouded.

Da muss man sich die Nutzung anschauen. Wenn es jetzt wirklich hauptsächlich kleinere Dokumente sind und Termine/Kontakte, kann eine DSL-Leitung völlig ausreichen. Bzw. es kommt darauf an, wieviele Daten auswärts geladen werden. Wird das z.B. hauptsächlich in der Zentrale für große Datenmengen genutzt, ist die Lösung im Haus wesentlich besser (du musst ja sonst alles per DSL-Leitung zum Rootserver hochladen).

Oder eine Kombi-Lösung mit einem kleinen vServer online, der über federated Cloud-Sharing verbunden ist.


#9

Symmetrisch heißt Donwload = Upload oder?
Dann nein. sind 50 Mbit im Download und 5 im Upload. Upgrade auf 300/30 wäre möglich.
Sie wird noch zum surfen der Benutzer in der Zentrale benötigt.
Dort sitzen meist 5-6 Leute. Da die meisten ja auf freiwilliger Basis dort arbeiten können es mal mehr und mal weniger sein.
Zum Traffic kann ich nicht sehr viel sagen, es werden hauptsächlich normale Office Dateien wie Word und Excel damit bearbeitet. Wohlgleich werden auch des öfteren viele Bilder hochgeladen - jedoch nicht durchgängig.

Superdanke. Das mit den Rootservern wird auf alle Fälle als weitere Möglichkeit mit aufgenommen.
Gibts da Anbieter die man empfehlen kann?

Ist damit das Sicherheitsrisiko gemeint, dass ihr Anschluss "gehakt" werden kann?


#10

Im Grunde genommen sind es hauptsächlich Word, Excel und Power Point Dateien. Wenn mal ne Veranstaltung war dann auch mal eine größere Menge Bilder. das meiste sicherlich in der Zentrale, viel aber auch vom Büro aus Tansania.

Gibt es grundsätzlich noch was, was man hinsichtlich des Inet Anschlusses beachten muss (feste IP usw)?
Wie greift man dann eigentlich von außen sprich vom Inet auf die Cloud zu?

Der Zugriff ist ja generell über einen Browser und über das Sync Tool möglich, oder?


#11

Feste IP nicht unbedingt, das geht auch über einen dyndns-service. Problematisch wäre es, wenn der Anschluss keine eigene ipv4-Adresse bekommt (carrier-grade NAT).

Zugriff auf owncloud erfolgt über Webbrowser, WebDAV oder den Sync-Client.


#12

Ich habe nur Synology Server im Einsatz und seit Jahren ownCloud darauf laufen. Ab Version 4 war das im Grunde kein Problem, ausser den "üblichen" Problemchen.

Vom Grundsatz ist die Frage, wenn Du ein NAS verwenden möchtest (Synology, QNAP, ........) weshalb möchtest Du ownCloud verwenden? Denn die Funktionalität von ownCloud hat ein NAS ohnehin schon, wenn die passenden APP´s installiert sind. Von mir verwendete APP´s sind z.B.

  • BTsync
  • Syncthing
  • Zarafa
  • ownCloud
  • nextCloud
  • Chive
  • Sypex
  • eXtplorer
  • rainloop
  • afterlogic

Das jetzt nur mal quer durch, da gibts noch einige interessante mehr.

ownCloud nun, setze ich ein, um in schwierigen Firewallumgebungen, z.B. in Fremdfirmen, Zugang auf meine Server zu bekommen, im Grunde ist das der einzige Einsatz, dafür jedoch essentiell. Alles andere jedoch kann ich ohne ownCloud abbilden.

Daher die Frage, weshalb der Einsatz von ownCloud. Und als Hinweis: Wenn Du € 1.500 zur Verfügung hast, würde ich nicht mit einem Raspberry anfangen, sondern mit was, wo Du echt gesattelt bist. In der von Dir beschriebenen Umgebung würde ich ernsthaft eine Synology DS415+, DS1515+ oder gleich DS1815+ sehen. Wenn die Ansprüche entsprechend sind, auch noch leistungsfähiger. Denn bei einer solchen Anzahl von Clients und wenn die Zugriffe entsprechend sind, hast Du erst mit sowas auch Freude daran.


#13

Dafür ist es super geeignet, da gibt es keine Zweifel. Wenn man nur ownCloud nutzen möchte und die anderen NAS-Funktionen nicht benötigt, bindet man sich besser nicht die NAS-Betriebssysteme ans Bein und kommt mit der Hardware vermutlich günstiger hin.

Ein Raspberry wäre für den Anwendungszweck nicht ausreichend (nur als Test). Die Intel-NUC könnten interessant sein, preislich gehen die so bei 300€ los (+RAM+Festplatte).


#15

So ähnlich sehe ich das auch. Wenn Du/ihr nicht so bewandert bist mit dem administrieren von Linuxservern, würde ich sehr wohl zu einer NAS wie von Synology greifen, denn damit geht alles relativ einfach. Der Umgang mit Linuxservern, Scripten, Interpretern usw. will gekonnt sein und dafür ist Wissen erforderlich.

Bei sowas wie ownCloud oder nextCloud ist zwar auch wieder etwas "Handarbeit" erforderlich, aber das ist überschaubar. Ansonsten gibt es installierbare APP´s aus dem Paketcenter, die per Klick installiert werden und dann startbereit sind. Das trifft auch auf folgende zu:

  • BTsync | Synchronisationssoftware zwischen Server, Computerclients, Smartphones,
  • Syncthing | Synchronisationssoftware zwischen Server, Computerclients, Smartphones,
  • Zarafa | Groupware mit Email, Kalender, Adressdatenbank, Aufgaben, Notizen / vergleichbar zum Exchangeserver

Alles andere, was ich verwende, muß manuell installiert werden in Form von kopieren ins Webverzeichnis, Rechte anpassen, ggf. Datenbankinformationen hinterlegen:

  • ownCloud | Cloudplattform für diverse APP´s
  • nextCloud | Cloudplattform für diverse APP´s (gleich wie ownCloud)
  • Chive | ein MySQL-Tool, ähnlich dem myPHPAdmin
  • Sypex | ein MySQL-Tool, insbesondere für Backups
  • eXtplorer | ein Dateiexplorer auf Ajaxbasis
  • rainloop | Webmailclient (ohne Mailserver)
  • afterlogic | Webmailclient (ohne Mailserver)

Das ist im Grunde auch nicht schwer, erfordert jedoch zumindest Grundkenntnisse. Aber trotzdem ist es noch so, daß keine Scripte im Betriebssystem angepasst werden müssen oder sonderliche Zusatzinstallationen erforderlich sind. Daher ist auch das meines Erachtens ziemlich easy.

Ansonsten empfehle ich Dir, zwei oder vier NAS zu betreiben. Zwei NAS für die zwei Standorte, wobei die jeweils andere ein Backup anfertigt, oder vier NAS, sodaß jede Produktiv-NAS jeweils eine Backup-NAS hat, die idealerweise zudem an einem anderen Ort ist, falls die Geschichte mal abfackelt oder gemopst wird (gibts ja alles, leider.).


#16

Hier ist ein Artikel der c't aus dem Jahre 2013. Die meisten Betrachtungen sollten noch relativ aktuell sein:
http://www.heise.de/ct/ausgabe/2013-12-Entscheidungshilfe-NAS-oder-klassischer-Server-2321550.html


#17

Gute Artikel, jedoch bei den Prozessoren hat sich einiges getan. Guter Standard ist heute Atom Quadcore und Celeron N3xxx usw.

Du kannst hier mal ein bisschen spielen

https://www.synology.com/de-de/support/nas_selector


#18

Wir können hier nur ein paar Anhaltspunkte geben.

Um auf ownCloud zurückzukommen: Wenn hier ein größerer Einsatz geplant ist, fährt man in der Regel mit einem Standard-Linux-System am besten. Sicherheitsupdates sind schnell verfügbar und die Installation lässt sich relativ leicht aktuell halten.
Gerade Updates sind auf closed-source Systemen heikel (NAS, webhosting-setups). Angebotene Apps sind nicht selten Monate hinter den aktuellen Versionen zurück (die Synocommunity ist derzeit bei OC 8.1.1, die aktuelle Version ist 8.1.9: https://owncloud.org/changelog/#latest8.1). Manuelle Updates sind gerne trickreich und erfordern detailliertere Kenntnisse vom System (Hilfe ist schwer zu bekommen im Vergleich zu großen Linux-Distros).


#19

Kommt drauf an, was dein Owncloud alles können soll und wie sicher es sein soll. Die Dokumentation ist recht gut, da kann man sich locker durchhangeln, um einen funktionierenden Owncloud-Server hinzubekommen. Insbesondere, da apt-get fast alles selbst macht.
Da ist dann aber noch kein SSL-Zertifikat und nichts anderes dabei. Sprich: mehr Sicherheit erfordert etwas mehr Beschäftigung mit dem System. Und ggf. auch etwas Investition, z.B. in eine Firewall.

Die Frage ist allerdings berechtigt, warum du eine Owncloud vor ein NAS hängen willst. Du könntest entweder einen OwnCloud-Server mit entsprechend großem Speicher machen ODER eine NAS verwenden, beides zusammen ist Unsinn.

Was die Sicherung angeht, ist die Frage, WIE sicher die Daten genau sein sollen. Simpleste Lösung ist natürlich, nen zweiten Speicher danebenzustellen, der alles repliziert. Da hast du aber keine physikalische Trennung, sprich wenn der eine Datenträger abbrennt, tut es der andere auch. Man kann z.B. auch ein Bandspeichergeräte anschaffen und dann die Bänder mit den Sicherungen andernorts lagern. Ist aber logischerweise teurer.

Oh, und was das Internet angeht: Du brauchst keine feste IP, aber eine URL, unter der die Daten abgerufen werden können, sprich eine Domain. Ich nehme ja mal an, dass die Organisation schon eine hat, in dem Fall kann man den Owncloud-Server an eine Subdomain setzen.

Ich nehme mal an, da es um eine Hilfsorganisation mit beschränktem Budget geht und es jetzt nicht so klingt, als ginge es darum, GB-große Dateien zu übertragen, wäre ein Owncloud-Server mit entsprechend großem Speicher und ein wenig Fleißarbeit der Beteiligten bei der Einarbeitung in Linux die günstigste Alternative. Ist aber nur meine Meinung.